Südosteuropäischer Friedensgipfel Wir Frauen gemeinsam: Neue Definition von Wegen zu Frieden, Versöhnung und Entwicklung” Oktober. 2019, Tirana /Albanien

Südosteuropäischer Friedensgipfel

Wir Frauen gemeinsam: Neue Definition von Wegen zu Frieden, Versöhnung und Entwicklung”

Oktober. 2019, Tirana /Albanien

Das Panel der „Women´s Federation for World Peace“ fand im Rahmen des Südosteuropa-Gipfeltreffens mit rund 230 Teilnehmern aus über 40 Nationen, statt., .  In ihrer Eröffnungsrede begrüßte Carolyn Handschin, (Direktorin des Büros von WFWP- International  an den  Vereinten Nationen im Namen)  die zahlreichen Gäste und dankte denen, die zu den Vorbereitungen beigetragen hatten, insbesondere WFWP Albanien. Sie erinnerte daran, dass wir hier sind, um gemeinsam voranzukommen. “Die Eu hat kein Monopol auf Lösungen, Wir alle die wir hier sind können zusammenarbeiten und so Lösungen für verschedene Probleme finden. Sie verwies auf die Debatten während der WFWP-Veranstaltungen 2018 und 2019 mit Palamentarierinnen und der Zivilgesellschaft die uns im albanischen – und im Parlament von Kosovo zusammenführten. Die Solidarität unter den weiblichen Führungskräften und ihre Sorge darüber, wie die Beteiligung von Frauen unter Berücksichtigung der ausscheidenden Männer im Amt gefördert werden kann, waren auffallend.

Frau Handschin erklärte, dass die Organisatoren sehr bemüht gewesen sind, eine männliche Stimme in das Gremium herein zu bringen, weil sie glaubten, dass dies sehr wichtig sei, um nicht nur untereinander zu reden. Und um nicht die gleichen Fehler zu wiederholen, die der männlichen Dominanz in der Politik zugeschrieben werden. Ein Redner war vorgesehen, ein Vertreter des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) auf dem Balkan, wurde aber leider kurz vor der Konferenz zu einer Mission abberufen. 

Prof. Julia H. Moon, Präsidentin der Women es Federation for World Peace International. Als international renommierte Ballerina ist sie auch Vorsitzende der Universal Culture Foundation und koordiniert die Aktivitäten des Universal Art Center, der Universal Ballett Academy, der Kirov Academy of Ballett in Washington, D.C., und noch dazu von der Universal Ballett Company.

  “Frauen sind diejenigen, die am meisten unter Konflikten und Kriegen leiden, Ehemänner und Söhne verlieren, mit der Möglichkeit, selbst Opfer von Gewalt zu werden. Wir sind hier, um neue Wege für den Frieden zu finden, daher ist es höchste Zeit, dass Gesellschaften nicht von der Logik der Macht geführt werden, sondern von der Logik der Liebe und Versöhnung!  Durch Liebe und Vergebung können Wunden geheilt werden. Prof. Moon betonte auch, dass Frauen ihre Talente in der Sorge um ihre Familie und ihres Haushalts entwickeln und das Leben ihrer Kinder organisieren.  Diese Qualifikationen müssen für die breitere Gesellschaft genutzt werden.

Die Fähigkeit, sich zu umarmen, Empathie und Mitgefühl zu haben, die die Welt heilen können!”

Ardiana Jaku

Frau Ardiana Jaku ist derzeit Mitglied des albanischen Parlaments. Zuvor war sie Vizeministerin für Gesundheit und Soziales und Regionaldirektorin des Sozialdienstes in der Stadt Lezha. . Frau Jaku hat einen Abschluss in Finanzen, ist verheiratet und hat zwei Kinder.  Frau Jaku hat sich schon immer um das soziale Wohlergehen gekümmert und um die Chancengleichheit von Männern und Frauen! Die Gesetze mussten angepasst werden, um einer Diskriminierung entgegenzuwirken. Frauen sind die Hauptbetreuerinnen im Haushalt und zu oft die Opfer häuslicher Gewalt.  Frau Jaku plädierte für die Unterstützung der Opfer und die konsequente Verfolgung der Täter, damit Frauen und Mädchen besser geschützt werden. 

61 % der Arbeit werden von Frauen ausgeübt, während sie nur 26 % des Einkommens besitzen. Daher startete  Frau Jaku einen Aktionsplan für  Unternehmertum von Frauen.

Sie entwickelte auch das System der Frühdiagnose und Behandlung von Krebs, vor allem Brust- und Gebärmutterkrebs. Sie gründete neue Kinderkrankenhäuser. Frau Jaku bemühte sich sehr energisch um eine Gesellschaft der Gerechtigkeit und des Wohlergehens für alle!  Sie sagt: “Quoten sind nicht genug; es ist die Qualität, die so wichtig ist.”  Sie erwähnte auch, nicht zu vergessen: “Für jede Frau, die in die Polizik einstzeigt, muss ein Mann zurücktreten! “Wie können wir ihnen helfen, ihre Würde zu bewahren?”

Dr. Céline Guérin promovierte 2008 in Neurowissenschaften am CHUV, dem Krankenhaus von Lausanne in der Schweiz. Ihre Bereitschaft, Bewusstsein und menschliche Verhaltensweisen zu erforschen, brachte sie dazu, in einem Psychiatrischen Institut zu arbeiten und alternative Heiltechniken wie Meditation, EFT und Hypnose zu erforschen. Heute ist sie spezialisiert auf Beziehungsfragen, Selbstwertgefühl, Stressmanagement und sexueller Missbrauch. Sie arbeitet im Sophia Health Centre in Lausanne als zertifizierte Peak States® Therapeutin. Diese Therapie ist das Resultat von 30 Jahren Forschung, die vom ISPS-Institut für die Erforschung von Peak States (des Bewusstseins) geleitet wird und basiert auf einem psychobiologischen Modell: Dies erklärt, wie unsere Emotionen und körperlichen Empfindungen mit der Biologie korreliert werden. Auf der Konferenz wird sie über die Verbindungen zwischen unserer Geschichte, epigenetischen und Verhaltensweisen sprechen und darüber, wie Trauma – Therapietechniken effiziente Werkzeuge sein könnten, um Frieden in uns selbst zu bringen und damit den Frieden in der Welt zu erhöhen.

Dr. Guerin erzählte, wie sie sich in jungen Jahren – als sie die Nachrichten sah – immer fragte: “Warum wiederholt sich die Geschichte, warum machen die Leute immer wieder den gleichen Fehler?” Sie lernte, dass alles, was Sie tun können ist – so wie wie Mahatma Ghandi gesagt hatte,  sich selbst zu ändern! M. Ghandi sagte: “Wenn sich jeder in einen besseren Menschen verwandelt, würde die Welt ein besserer Ort werden.” Wir müssen also mehr über uns selbst verstehen, warum sind Traumata so tief in uns verwurzelt? Als Neurowissenschaftlerin fand sie heraus, dass schwere Traumata unsere Epigenetik verändern, verändert unsere DNA. Das bedeutet, dass sie, wenn sie nicht geheilt wird, auf die nächste Generation übertragen wird, und wir erben von der Vergangenheit. Noch einmal, was kann man dagegen tun? Dr. Guerin erklärte drei Dimensionen: Bewusstsein, ein Beziehungsthema und – sehr wichtig: Meditation! Sie brachte Meditation in psychiatrische Anstalten. Da ein Trauma eine Erfahrung mit starken Emotionen war, wie im Fall von (sexueller) Gewalt, braucht es  therapeutische Beziehung um geheilt werden zu können, aber auch Meditation, um die inneren Wunden zu heilen. Und ganz wichtig: Es ist eine persönliche Entscheidung, geheilt werden zu wollen! Sie nennt ihr Heilungszentrum “Peak State Therapy for Peace Centre”, denn es braucht tiefe und positive Gefühle der Freude, des Glücks, der Freiheit, die helfen können ein Trauma zu überwinden. Es ist auch Dr. Gurin`s Erfahrung,  dass 70% der Heilung stattfindet sobald eine Person über ihre /seine schmerzhafte Erfahrung beginnt zu sprechen.

“Heilung für den Frieden” ist es, den Frieden in uns selbst und mit anderen zu finden. Dies sollte auch zu einer Liebe   zwischen den Nationen führen

 Frau Bettina Kircher, International Security Sector Advisor, unabhängige Konfliktberaterin und Mediatorin, Deutschland.  Frau Bettina Kircher erwarb ihren M.A. in Regionalwissenschaften und ist Dozentin an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg. Darüber hinaus ist sie derzeit als Moderatorin und Ausbilderin für die Deutsche Stabs- und Kommandoakademie, Streitkräfte und Polizei, das Genfer Zentrum für Sicherheitssektor-Governance / International Security Sector Advisory Team, die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) usw. tätig. Sie verfügt über mehr als acht Jahre Berufserfahrung in Konflikt- und Kriegsgebieten beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz, zur Friedenssicherungs- und EU-Missionen für gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik, vor allem in Afrika südlich der Sahara und lateinamerikanischen Ländern.

Ihre starke Empfehlung ist ein internationales Sicherheitsteam mit dem Auftrag zu handeln!  In einem Krieg sind Frauen sogar noch stärker betroffen als Männer, da sie anfällig für mehrere Gewalttaten sind.  Aber auch Jungen und Männer werden missbraucht – sie müssen eine Waffe tragen, werden zum Kampf gezwungen und oft Jungen werden schon früh als Soldaten zwangsrekrutiert. Es gibt nichts Gutes, das mit einem Krieg einhergeht!

Ihre erste Mission war es, in den Dschungel zu gehen, um die Guerillias zu treffen, um Zivilisten vor weiteren Tötungen zu schützen. (Elfenbeinküste); “Zuerst hat es Monate gedauert, um den Behörden zu erklären, dass ich sie treffen möchte, sie sind Menschen, jemand muss anfangen, mit ihnen zu sprechen.” Es dauerte weiters mehrere Wochen, um eine lokale Erlaubnis zu erhalten, das Gebiet zu betreten. Dann könnten informelle Verhandlungen beginnen; „Ich wollte zeigen – sie sind Menschen! Es ist möglich, zu verhandeln.”  Ein Jahr lang gab es keine weiteren  Todesfälle und  Friedensverhandlungen konnten beginnen. Um erfolgreichen und nachhaltigen Frieden und Versöhnung zu erreichen, spielen auch soziale Aspekte eine Rolle oft ist es  Verzweiflung und soziales Ungleichgewicht, die weiter zu Gewalt führen; da sind Arbeits- und einkommensschaffende Projekte sehr hilfreich!  

Ein weiterer wichtiger Punkt, der nicht übersehen werden darf ist: Dauerhafter Frieden kann nur unter Beteiligung der Menschen selbst erreicht werden, aller Betroffenen, sowie durch ein starkes Engagement der Frauen.  Lassen Sie die Menschen die Lösung finden und unterstützen Sie sie dabei  ein gemeinsames Ziel und eine gemeinsame Vision zu schaffen!

Es sollte keine Art von Missbrauch oder Vernachlässigung geben; Wenn dies so weitergeht, könnte dies wieder zu Gewalt führen. 

Wagen Sie es, mit dem Feind zu sprechen! Wie Betty Williams und Desmond Tutu sagten: “Es ist einfach, mit den Freunden zu sprechen, aber es ist wichtig, mit deinem Feind zu sprechen und ihn zu deinem Freund zu machen!”

Prof. Zilka Spahic Siljak promovierte in Gender Studies und ihr Arbeitsumfang umfasst die Behandlung von Spitzenthemen in den Bereichen Menschenrechte, Politik, Religion, Bildung und Friedenskonsolidierung mit mehr als fünfzehn Jahren Erfahrung in der akademischen Lehre und Arbeit. in staatlichen und nichtstaatlichen Sektoren. Sie lehrt Kulturwissenschaften an der Universität Zenica und am Zentrum für Interdisziplinäre Studien der Universität Sarajevo. Zilka ist ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Stanford University und der Harvard University.

Zu ihren Publikationen gehören: Bosnian Labyrinth: Culture, Gender and Leadership (2019); Living Values: Global Ethos in Local Context of BiH (2018); Shining Humanity – Lebensgeschichten von Friedensstifterinnen in Bosnien und Herzegowina (2014); sie stellt  , feministische und weibliche muslimische Identitäten einander gegenüber. Postsozialistische Kontexte von Bosnien und Herzegowina und Kosovo (2012); Frauen Religion und Politik, 2010.  “Ich bin eine muslimische Feministin.” “Frauen und Frieden: Frieden ist nicht das bloße Fehlen von Krieg oder Gewalt; wir brauchen einen positiven Frieden: Das bedeutet den Wiederaufbau und die Heilung zerbrochener Beziehungen! Wir brauchen eine Kultur des Vertrauens und der Überwindung historischer Barrieren.”

Frauen sind vom Krieg anders betroffen als Männer. Das erste Interesse einer Frau ist das Wohlergehen und die Sozialisation ihrer Familie. Durch die Mutterschaft wird ein hohes Potenzial des Herzens erreicht. Deshalb können Frauen die Herzen der Menschen erreichen. Was in der Familie gelernt wird, kann auf die Gesellschaft ausgedehnt werden. Männer sind eher die Unterhändler. Während oder nach Kriegen sind oft die Frauen die ersten, die auf den “Feind” zugehen und bereit sind, die Grenze wieder zu überqueren! Frauen haben eine tiefe Sehnsucht  nach Frieden um ihrer Kinder willen.

Tatsache ist auch,  dass es Frauen oft an Selbstvertrauen mangelt. Dieses muss langsam aufgebaut werden. Daher ist es so wichtig, die von Frauen erreichten Errungenschaften sichtbar zu machen. Oft braucht es ein Jahr intensives Trainings, bis eine Frau spürt: Ja, ich schaffe es,  ich kann etwas Neues beginnen. So starten sie gemeinsam soziale oder pädagogische Projekte.

Frauen brauchen Frieden und Frieden braucht Frauen! Es braucht eine Gleichstellung von Frauen und Männern; dass Männer die Unterstützer und Verbündeten der Frauen sind und auch umgekehrt. “Deshalb ist Gender Mainstreaming wichtig, um die Dynamik der Entwicklung in unseren Gesellschaften am Laufen zu halten.” Mit diesen Worten beendete Prof. Siljak ihre Rede.

 

 

Über den Autor

renatewien
Ergotherapeutin, 5 Töchter, ich versuche auf der ebene von NGO einen Beitrag zu leisten zu einer positiven Veränderung in der Gesellschaft, bzw. derartige Bemühungen anderer zu unterstützen; ich freue mich über - neue- Kontakte; ich bin überzeugt, dass die wertvollsten Entwicklungen gemeinsam geschehen! Ich schätze Austausch und Zusammenarbeit!