Südosteuropäischer Friedensgipfel Wir Frauen gemeinsam: Neue Definition von Wegen zu Frieden, Versöhnung und Entwicklung” Oktober. 2019, Tirana /Albanien

Südosteuropäischer Friedensgipfel

Wir Frauen gemeinsam: Neue Definition von Wegen zu Frieden, Versöhnung und Entwicklung”

Oktober. 2019, Tirana /Albanien

Zwischen dem  25.- 27. Oktober 2019 fand in Tirana, Albanien ein „Südosteuropäischer Friedensgipfel“ statt  mit dem  Thema: “Frieden, Sicherheit und Entwicklung für gesunde Entwicklung“ (Peace, Security and human Development“). Organisator war Universal Peace Federation (UPF), gemeinsam mit Partnerorganisatoren, u.a.  „Women´s Federation for World Peace“.

Es gab Teilnehmer aus über 50 Nationen, darunter über 200 Personen aus öffentlichem Leben und Regierungspositionen. Um die wichtigen Themen alle unter zu bringen, gab es eine breite Palette von Parallelveranstaltungen: „Den Herausforderungen unserer Zeit begegnen- Rolle der Politik,  … Rolle der Medien, … Rolle der Religionen, …Rolle der Erziehung, u.a.

Drei Hauptveranstaltungen fanden in der großen, 3.000 Sitzplätze fassenden Tirana Congress Hall statt. An der Eröffnung nahmen die Mitbegründerin der Weltfriedensföderation, Dr. Hak Ja Han Moon, der Präsident von Nordmakedonien, S.E. Stevo Pendarovski, teil, ebenso der Präsident des Kosovo, S.E. Hashim Thai, der albanische Minister für die Beziehungen zum Parlament, Hon . Elisa Spiropali, der Präsident der Nordmazedonischen Nationalversammlung, Hon. Talat Xhaferi, die stellvertretende Sprecherin des albanischen Parlaments, Hon. Vasilika Hysi, der gewählte Ministerpräsident des Kosovo, Hon. Albin Kurti, sowie zehn weitere ehemalige Staats- und Regierungschefs und politische und religiöse Persönlichkeiten aus der Region.

In diesem Rahmen fand auch das Panel  der „Women´s Federation for World Peace“ statt mit dem Thema: Als Frauen gemeinsam Neue Wege finden, zu Frieden, Versöhnung und menschliche Entwicklung

Dieses  stand unter dem Vorsitz von Frau Carolyn Handschin, Direktorin des Büros von WFWP- International  an den  Vereinten Nationen.  In ihrer Eröffnungsrede begrüßte sie im Namen der Organisatoren das Publikum und dankte den vielen, die zu den Vorbereitungen, auch der Konferenz insgesamt,  beigetragen hatten, insbesondere WFWP Albanien!

 Sie erinnerte daran, dass wir hier sind, um gemeinsam voranzukommen, und sagte, dass die EU kein Monopol auf Lösungen habe. Sie verwies auf die Debatten während der WFWP-Veranstaltungen, die 2018 und 2019 Parlamentarierinnen und die Zivilgesellschaft im Parlament von Alblbanien und im Kosovo-Parlament zusammenführte. Die Solidarität unter den weiblichen Führungskräften und ihre Sorge darüber, wie die Beteiligung von Frauen – unter Berücksichtigung der ausscheidenden Männer im Amt gefördert werden kann, waren auffallend.

Frau Handschin erklärte, dass die Organisatoren sehr bemüht gewesen sind, eine männliche Stimme in das Gremium herein zu bringen, weil sie glaubten, dass dies sehr wichtig sei, um nicht nur untereinander zu reden. Und um nicht die gleichen Fehler zu wiederholen, die der männlichen Dominanz in der Politik zugeschrieben werden. Ein Redner war vorgesehen, ein Vertreter des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) auf dem Balkan, wurde aber leider kurz vor der Konferenz zu einer Mission abberufen. 

Prof. Julia H. Moon ist Präsidentin der Women es Federation for World Peace International.  Sie ist international renommierte Ballerina und Vorsitzende der Universal Culture Foundation,  koordiniert die Aktivitäten des Universal Art Center, der Universal Ballett Academy, der Kirov Academy of Ballett in Washington, D.C., und auch noch Direktorin der Universal Ballett Company.

  “Frauen sind diejenigen, die am meisten unter Konflikten und Kriegen leiden, Ehemänner und Söhne verlieren, und laufen darüber hinaus noch Gefahr, selbst Opfer von Gewalt zu werden. Wir sind hier, um neue Wege für den Frieden zu finden, daher ist es höchste Zeit, dass eine Gesellschaften nicht von  einer  „Logik (Prinzip) der Macht“ geleitet wird, sondern von der „Logik (Prinzip) der Liebe“ und Versöhnung!  Durch Liebe und Vergebung können Wunden geheilt werden. Prof. Moon betonte, dass Frauen ihre Talente in der Sorge um ihre Familie entwickeln. Sie  organisieren das Leben ihrer Kinder und den Haushalt.  Diese Qualifikationen können auch für die breitere Gesellschaft genutzt werden: Umarmen zu können, aus Empathie und Mitgefühl  heraus zu handeln, die könne der Welt Heilung bringen!”

Frau Ardiana Jaku ist derzeit Mitglied des albanischen Parlaments. Zuvor war sie Vizeministerin für Gesundheit und Soziales . Bevor sie sich in der Politik engagierte, sammelte sie Erfahrung in  leitenden Positionen. Frau Jaku ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern.  Ihr Anliegen war schon immer das soziale Wohlergehen! Chancengleichheit von Männern und Frauen;  häusliche Gewalt: Sie bewirkte mehr  Unterstützung von Opfern und konsequentere  Verfolgung der Täter.

Sie entwickelte auch das System für Frühdiagnose und Behandlung von Krebs bei Frauen und  gründete neue Kinderkrankenhäuser.

 

Frau Dr.  Céline Guérin promovierte 2008 in Neurowissenschaften am CHUV, dem Krankenhaus von Lausanne in der Schweiz.  Sie entwickelte alternative Heiltechniken zur Behandlung von Traumata wie Meditation, EFT und Hypnose. Und ist im Sophia Health Centre in Lausanne als zertifizierte Peak States® Therapeutin tätig. Diese Therapie gründet auf 30 Jahren Forschung, die vom ISPS-Institut für die Erforschung von Peak States (des Bewusstseins) geleitet wurde.  

Dr. Guerin erzählte, wie sie sich in jungen Jahren – als sie die Nachrichten sah – immer wieder fragte: “Warum wiederholt sich die Geschichte immer wieder, warum machen die Leute immer wieder den gleichen Fehler?” Sie lernte, dass alles, was Sie tun können, wie Mahatma Ghandi gesagt hat, ist, sich selbst zu ändern! M. Ghandi sagte: “Wenn sich jeder in einen besseren Menschen verwandeln würde, würde die Welt ein besserer Ort werden.” Wir müssen also mehr über uns selbst verstehen, warum sind Traumata so tief in uns verwurzelt? Als Neurowissenschaftlerin fand sie heraus, dass schwere Traumata unsere Epigenetik verändern, verändert unsere DNA. Das bedeutet, dass sie, wenn dies nicht geheilt wird, auf die nächste Generation übertragen wird, und wir erben von der Vergangenheit. Noch einmal, was kann man dagegen tun? Dr. Guerin erklärte drei Dimensionen: Bewusstsein, therapeutische Beziehungen und – sehr wichtig: Meditation! Sie brachte Meditation in psychiatrische Anstalten. Da ein Trauma eine Erfahrung mit starken Emotionen ist, wie im Fall von (sexueller) Gewalt, braucht es  therapeutische Beziehung um geheilt werden zu können, aber auch Meditation, um die inneren Wunden zu heilen. Und ganz wichtig: Es ist eine persönliche Entscheidung, geheilt werden zu wollen!

Sie nennt ihr Heilungszentrum “Peak State Therapy for Peace Centre”, denn es braucht tiefe und positive Gefühle der Freude, des Glücks, der Freiheit, die helfen können ein Trauma zu überwinden.

Es ist auch Dr. Gurin`s Erfahrung,  dass 70% der Heilung stattfindet sobald eine Person über ihre /seine schmerzhafte Erfahrung beginnen kann zu sprechen.

“Heilung für den Frieden” ist es, Frieden in uns selbst und mit einflussreichen Menschen zu finden und zu einer Liebe zwischen den Nationen zu kommen!

 Frau Bettina Kircher, International Security Sector Advisor, selbständige Konfliktberaterin und Mediatorin aus Deutschland.  Frau Bettina Kircher ist Dozentin an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg.  Darüber hinaus  ist sie als Moderatorin und Ausbildnerin für die Deutsche Stabs- und Kommandoakademie, Streitkräfte und Polizei, das Genfer Zentrum für Sicherheit, die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) usw. tätig.

Frau Kircher verfügt über mehr als acht Jahre Berufserfahrung in Konflikt- und Kriegsgebieten beim Internationalen Komitee des Roten Kreuzes, zur Friedenssicherungs- und in EU-Missionen für gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik, vor allem in Afrika südlich der Sahara und in lateinamerikanischen Ländern.

Ihre starke Empfehlung ist ein internationales Sicherheitsteam mit dem Auftrag zu raschem Handeln!  Von einem Krieg sind Frauen sogar noch stärker betroffen als Männer, da sie Opfer verschiedenster Arten der Gewalt sein können!  Aber auch Jungen und Männer werden missbraucht – sie müssen eine Waffe tragen, werden zum Kampf gezwungen und oft werden Jungen schon früh als Soldaten zwangsrekrutiert (Kindersoldaten!). Es gibt nichts Gutes, das mit einem Krieg einhergeht!

Ihre Stärke und Kraft ist der Glaube an den „Menschen“ in jedem Menschen:

Ihre erste Mission war es(Elfenbeinküste)  in den Dschungel zu gehen, um Guerillas zu treffen, um Zivilisten vor weiteren Tötungen zu schützen. “Zuerst hat es Monate gedauert, um den Behörden zu erklären, dass ich sie treffen möchte, sie sind Menschen, jemand muss anfangen, mit ihnen zu sprechen.” Es dauerte weitere Wochen, um eine lokale Erlaubnis zu erhalten, das Gebiet zu betreten. Dann konnten informelle Verhandlungen beginnen; „Ich wollte zeigen – sie sind Menschen! Es ist möglich, zu verhandeln.”  Ein Jahr lang gab es keine weiteren  Todesfälle und  Friedensverhandlungen konnten beginnen.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der nicht übersehen werden darf ist: Dauerhafter Frieden kann nur unter Beteiligung der Menschen selbst erreicht werden, aller Betroffenen, sowie durch ein starkes Engagement der Frauen.  Lassen Sie die Menschen die Lösung finden und unterstützen Sie sie dabei  ein gemeinsames Ziel und eine gemeinsame Vision zu schaffen!

Es sollte keine Art von Missbrauch oder Vernachlässigung geben; Wenn dies so weitergeht, könnte dies wieder zu Gewalt führen. 

Wagen Sie es, mit dem Feind zu sprechen! Wie Betty Williams und Desmond Tutu sagten: “Es ist einfach, mit den Freunden zu sprechen, aber es ist wichtig, mit deinem Feind zu sprechen und ihn zu deinem Freund zu machen!”

Prof. Zilka Spahic Siljak promovierte in Gender Studies und ihr Arbeitsumfang umfasst die Behandlung von Spitzenthemen in den Bereichen Menschenrechte, Politik, Religion, Bildung und Friedenskonsolidierung mit mehr als fünfzehn Jahren Erfahrung in der akademischen Lehre und Arbeit. in staatlichen und nichtstaatlichen Sektoren. Sie lehrt Kulturwissenschaften an der Universität Zenica und am Zentrum für Interdisziplinäre Studien der Universität Sarajevo. Zilka ist ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Stanford University und der Harvard University.

Zu ihren Publikationen gehören: Bosnian Labyrinth: Culture, Gender and Leadership (2019); Living Values: Global Ethos in Local Context of BiH (2018); Shining Humanity – Lebensgeschichten von Friedensstifterinnen in Bosnien und Herzegowina (2014); sie stellt, feministische und weibliche muslimische Identitäten einander gegenüber. Postsozialistische Kontexte von Bosnien und Herzegowina und Kosovo (2012); Frauen Religion und Politik, 2010.  “Ich bin eine muslimische Feministin.” “Frauen und Frieden: Frieden ist nicht das bloße Fehlen von Krieg oder Gewalt; wir brauchen einen positiven Frieden: Das bedeutet den Wiederaufbau und die Heilung zerbrochener Beziehungen! Wir brauchen eine Kultur des Vertrauens und der Überwindung historischer Barrieren.”

Frauen sind vom Krieg anders betroffen als Männer. Das erste Interesse einer Frau ist das Wohlergehen und die Sozialisation ihrer Familie. Durch die Mutterschaft wird ein hohes Potenzial des Herzens erreicht. Deshalb können Frauen die Herzen der Menschen erreichen. Was in der Familie gelernt wird, kann auf die Gesellschaft ausgedehnt werden. Männer sind eher die Unterhändler. Während oder nach Kriegen sind oft Frauen die ersten, die auf den “Feind” zugehen und bereit sind, die Grenze wieder zu überqueren! Frauen haben eine tiefe Sehnsucht  nach Frieden um ihrer Kinder willen.

Frauen brauchen Frieden und Frieden braucht Frauen! Es braucht eine Gleichstellung von Frauen und Männern; dass Männer die Unterstützer und Verbündeten der Frauen sind und auch umgekehrt.

Bericht: Renate Amesbauer, Carolyn Handschin

 

 

Über den Autor

renatewien
Ergotherapeutin, 5 Töchter, ich versuche auf der ebene von NGO einen Beitrag zu leisten zu einer positiven Veränderung in der Gesellschaft, bzw. derartige Bemühungen anderer zu unterstützen; ich freue mich über - neue- Kontakte; ich bin überzeugt, dass die wertvollsten Entwicklungen gemeinsam geschehen! Ich schätze Austausch und Zusammenarbeit!